Einbruch! Jeder kann Opfer werden.

Warum viele Menschen das Thema zu wenig ernst nehmen

Die meisten Menschen fühlen sich daheim sicher. Dass sie Opfer eines Einbruchs werden könnten, halten viele für unwahrscheinlich. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem es geschieht! Dann kommt das böse Erwachen, denn besonders die oft massiven psychischen und seelischen Folgen werden völlig unterschätzt. 

Warum viele Menschen das Thema Einbruch falsch sehen, liegt an den Mythen und sich hartnäckig haltenden Falschinformationen. Mit den wichtigsten räumen wir hier auf! 


Einbruchzahlen DACH-Region 

Gerade der deutschsprachige Raum ist für Einbrecher ein Schlaraffenland. Zum einen, weil in Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein ein höherer Lebensstandard herrscht als in den anderen europäischen Ländern. Zum anderen, weil in diesen Ländern mit unter 1 Prozent die wenigsten Wohngebäude abgesichert sind.

 

Natürlich gibt es Regionen, die weniger stark betroffen sind, aber eingebrochen wird grundsätzlich überall und zu jeder Zeit! Die Zahlen sprechen hier eine sehr deutliche Sprache:

 

  • In der Schweiz findet ca. jede 11 Minuten ein Einbruch statt, was jährlich rund 48.000 Einbrüchen ergibt.
  • In Deutschland passiert das alle 2-3 Minuten, also rund 200.000 mal im Jahr.
  • Die offiziellen Zahlen in Österreich sprechen nur von den polizeilich zur Anzeige gebrachten 12.000 Einbrüchen. Die Realität dürfte sich jedoch eher in der Grössenordnung der Schweiz bewegen.

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Bei mir bricht keiner ein!

Dieser oft geäusserte Satz erweist sich fast ebenso häufig als falsch. Zu den gängigsten Meinungen gehört, dass Einbrecher nur in reichen Wohngegenden aktiv sind. Das Gegenteil ist der Fall.

Einbrüche bei reichen Leuten sind meist gezielte Einbrüche, machen aber weniger als 1% aus. Kriminelle zieht es eher in normale Wohnviertel. Dort herrscht viel mehr Anonymität und Fremde erregen weniger Aufmerksamkeit.

 

Eingebrochen wird in Wohnungen etwa gleich häufig wie in Häuser. Die meisten Einbrüche in Mehrfamilienhäusern erfolgen im Erdgeschoss und in den oberen Stockwerken. Ein geübter Einbrecher benötigt meist nur wenig Zeit, um eine Tür zu öffnen.


Am häufigsten eingebrochen wird zur Urlaubs- und Ferienzeit sowie in der dunklen Jahreszeit, wobei die Mehrheit der Einbrüche am späteren Nachmittag zwischen 16:00 – 18:00 stattfindet. Viele Menschen sind dann noch am Arbeiten.

Wenn jemand rein will, kommt er auch rein!

Das stimmt fast niemals. Einbrecher sind nervös und stehen extrem unter Stress. Die überwiegende Zahl sind Gelegenheitstäter. Sie schleppen keine umfangreiche Ausrüstung mit sich, sondern tragen meist nur einen grossen Schraubenzieher oder ein Brecheisen mit sich, welche leicht zu verbergen sind. Damit erzielen Einbrecher genügend Kraft, um Fenster und Türen aufzuhebeln.

 

Durch hochwertige mechanische und elektronische Massnahmen kann das Eindringen verzögert oder sogar verhindert werden. In diesen Fällen bleibt es beim Einbruchversuch, der aber auch schon erheblichen Schaden mit sich bringen kann.

Alarmanlagen locken Einbrecher an!

Einer der grössten Irrtümer überhaupt! Tatsächlich glauben viele, dass eine gut sichtbare Aussensirene einer Alarm- oder Einbruchmeldeanlage (EMA) Einbrecher anlockt. Schliesslich signalisiere dies, dass dort wahrscheinlich etwas zu holen sei.

Das Gegenteil ist der Fall. Statistiken zeigen sehr deutlich, dass Alarmanlagen eine so hohe Abschreckungswirkung haben, dass Täter es in über 90% der Fälle gar nicht erst versuchen. Denn ist der Alarm erst einmal ausgelöst, bleibt dem Täter oft keine Zeit, um nach Beute zu suchen.

Und warum sollte er genau dort einbrechen, wo eine Alarmanlage vorhanden ist, während die Objekte nebenan nicht gesichert sind?

 

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Bei uns gibt es nichts zu holen!

Hatten Sie diesen Gedanken vielleicht auch schon?

Mit Aussagen wie «Wir sind doch versichert. Fernseher, Tablet, Handy und dergleichen werden im Fall der Fälle ersetzt. Sonst haben wir keine grossartigen Kunst- und Wertgegenstände, die für Einbrecher lukrativ sind» reden sich viele das Thema Absicherung schön. Sie glauben, dass bei ihnen nicht eingebrochen würde, weil es sich nicht lohnt.


Erlauben Sie uns die Frage: Woher soll ein Einbrecher das wissen, bevor er bei Ihnen eingebrochen ist?


Und stellen Sie sich vor, Ihr Handy kommt weg! Mit den privaten Bildern und Filmaufnahmen von Ihnen oder ihren Kindern. Es wäre nicht das erste Mal, dass diese später auf fragwürdigen Plattformen im Internet zu finden sind.

Ich bin doch versichert!

Eine Versicherung ersetzt oft nur einen Teil des materiellen Schadens. Viele Gegenstände wie Erbstücke oder Andenken an einen lieben Menschen haben einen ideellen Wert. Wie soll eine Versicherung den ersetzen?

 

Hinzu kommt, dass bei einem Einbruch häufig mehr Sachen zerstört und beschädigt als gestohlen werden. Denn Täter haben es eilig! Sie wollen schnell rein, Beute machen und möglichst schnell und unerkannt wieder raus. Finden sie nichts Lohnenswertes, kommt immer öfter ein Vandalismusschaden hinzu. Das hat die durchschnittlichen Schadensummen auf mehrere tausend CHF/EUR ansteigen lassen.


Immer wieder wird auch die Regulierung des Schadens verweigert, weil ein Fenster gekippt oder die Eingangstür nicht verschlossen war. Das wird als grob fahrlässige Handlungsweise gewertet - in der Regel ein Grund für die Versicherung, nicht zu zahlen.


Aber vor allem eines kann keine Versicherung ersetzen: Das Gefühl der Sicherheit in den eigenen 4 Wänden! Was der Verlust dieses Gefühls mit den Menschen macht, lesen Sie weiter unten.

Meine Wertsachen sind gut versteckt, die findet keiner!

Diese Annahme stellt sich in der Praxis sehr schnell als Illusion heraus. Die meisten Einbrecher sind keine Anfänger. Sie haben in ihrem "Geschäft" jahrelange Erfahrung und kennen die Mehrzahl der gängigen Verstecke.


Bei einem Einbruch führt sie der erste Weg zum Beispiel ins Schlafzimmer zum Kleiderschrank. Dort reißen sie die Wäsche aus den Fächern, weil die Leute dazwischen gern Geld oder Wertsachen verstecken.


Ebenso beliebt (und bekannt) ist der Trick, Geldscheine in Büchern zu legen. Das wissen Einbrecher, genauso wie die scheinbar clevere Lösung, kleinere Gegenstände oder Geld an der Unterseite einer Schublade mit Klebeband zu befestigen.

 

Dass viele Leute ihr Geld unter der Matratze verstecken, ist bereits ein so alter Hut, dass darüber Witze gemacht werden.

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Psychische und seelische Folgen eines Einbruchs?

Viel größer als die materiellen Schäden sind die psychischen und seelischen Folgen!
Die eigenen 4 Wände sind ein Rückzugsort. Dort ist man privat und fühlt sich sicher und geborgen. Durch einen Einbruch fällt dieses Gefühl der Sicherheit bei vielen komplett weg. Jemand ist in den persönlichsten Bereich eingedrungen und hat dort im wahrsten Sinn des Wortes alles auf den Kopf gestellt.


Besonders Frauen und Kinder sind oft geschockt und traumatisiert, wenn sie sehen, dass jemand ihre Sachen, einschliesslich ihrer Unterwäsche, durchwühlt und in der ganzen Wohnung verstreut hat. Aber auch viele Männer sind von den gravierenden Folgen betroffen.

Die psychischen und seelischen Folgen sind massiv!

  • Angstzustände
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Neurosen
  • Vertrauensverlust
  • Beziehungsprobleme
  • Probleme auf der Arbeit oder in der Schule

Nicht wenige Opfer benötigen noch Jahre nach dem Vorfall psychologische Betreuung. Beziehungen zerbrechen oder die Kinder haben plötzlich Probleme in der Schule.Viele müssen die Wohnung wechseln, weil sie sich im bisherigen Heim einfach nicht mehr wohl und sicher fühlen.

 

Bei der Mehrzahl der Betroffenen bewirkt ein Einbruch eine massive Verschlechterung der Lebensqualität. Es dauert Jahre (wenn überhaupt), bis sie sich von den Folgen erholen.

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Die Aufklärungsquote von Einbrüchen

Die durchschnittliche Aufklärungsquote von Einbrüchen in Bezug zu den offiziellen Einbruchzahlen liegt nach Angaben der zuständigen Auskunftsstellen der Polizei

  • in Deutschland bei 17,4 %.
  • in der Schweiz bei 12.7 %
  • in Österreich bei 18,4 %

Obwohl sich die Quoten vielerorts verbessert haben, sind die Ermittlungen immer sehr aufwändig und die Täter clever, wenn es um das Verschieben der Beute geht. Oft steht auch die geltende Gesetzgebung einer Ermittlung der Täter im Weg.


Die Wahrscheinlichkeit liegt also bei mehr als 80 Prozent, dass ein Einbruch nicht aufgeklärt wird. Das lässt einen nicht gerade hoffen, gestohlene Werte wieder zu bekommen und zeigt, wie wichtig ein guter Einbruchschutz ist.

Tipps: So verringern Sie die Wahrscheinlichkeit eines Einbruchs

Durch Ihr eigenes Verhalten können Sie viel dazu beitragen, das Risiko eines Einbruchs zu senken. Zu den goldenen Regeln gehören immer:

  • Prüfen Sie vor dem Verlassen des Hauses, ob Türen und Fenster verschlossen sind.
  • Schließen Sie die Haustüre immer ab, auch wenn Sie nur kurz weg sind.
  • Deponieren Sie keinen Ersatzschlüssel unter der Fussmatte oder einem Stein/Blumentopf nahe der Eingangstür.

Am besten machen Sie vor dem Weggehen einen Kontrollgang durch Haus oder Wohnung. Achten Sie dabei auch darauf, ob rückwärtige Türen (Nebeneingänge, Terrasse) und Kellerfenster geschlossen sind..

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Unterhalten Sie Kontakt mit den Nachbarn und unterstützen Sie sich gegenseitig. Informieren Sie sie, wenn Sie übers Wochenende wegfahren.

 

Wenn Sie eine fremde Person bemerken, die scheinbar ziellos oder auffällig suchend in der Gegen umhergeht, sprechen Sie diese an und fragen, ob Sie helfen können. Das reicht oft schon aus, um potentielle Einbrecher zu vertreiben.

 

Leisten Sie Nachbarschaftshilfe. Wenn Ihr Nachbar in den Urlaub fährt oder ins Krankenhaus muss, leeren Sie den Briefkasten und öffnen und schliessen Sie die Jalousien. Dadurch täuschen Sie die Anwesenheit vor.

 

Tauschen Sie mit den Nachbarn oder Menschen Ihres Vertrauens Ersatz-Wohnungsschlüssel für den Notfall aus. Das erleichtert den Zugang für Polizei oder Rettungskräfte.

Zusammenfassung

Einbrecher sind immer und überall aktiv. Ihr Ziel ist es, schnell und ohne grossen Aufwand in ein Objekt einzudringen und dieses nach kurzer Zeit mit möglichst viel Beute wieder zu verlassen. Der entstandene materielle Schaden ist meist ganz oder zumindest teilweise durch die Versicherungen gedeckt.


Was Versicherungen aber nicht ersetzen können, sind ideelle Werte und schon gar nicht das Gefühl der Sicherheit in den eigenen 4 Wänden. Doch gerade dies hinterlässt bei den meisten Einbruchopfern massive psychische und seelische Folgen, an denen sie oft jahrelang arbeiten müssen, um diese zu überwinden. Vielfach beeinflussen diese das Leben der Opfer und deren Umfeld nachhaltig negativ.


Durch eine Reihe von grundsätzlichen Verhaltensmassnahmen, umsichtiges Verhalten und gute nachbarschaftliche Beziehungen lässt sich das Einbruchrisiko senken. Zusätzliche technische und elektronische Massnahmen wie der Einsatz einer Alarmanlage erhöhen Ihre Sicherheit massiv und schützen Sie, Ihre Familie und Ihr Eigentum.